Die Ausgabe 3/2026 der Fachzeitschrift Digitales Arbeits- und Sozialrecht (DIAS), die seit November verfügbar ist, mit dem Schwerpunkt „Gesundheit in der digitalen Arbeitswelt“ widmet sich dem Technostress und seinen Folgen für die Gesundheit der Beschäftigten.
Technik kann entlasten: Sie übernimmt Aufgaben, erleichtert die Zusammenarbeit und ermöglicht flexibles Arbeiten. Gleichzeitig beschleunigt sie Abläufe, erzeugt neue Informationsfluten und macht Beschäftigte jederzeit erreichbar. Was als Fortschritt gedacht ist, kann so zum Gesundheitsrisiko werden. Mit dem Einsatz von KI stellt sich diese Frage noch einmal neu.
Drei Fachbeitrage zeigen, wie sich digitale Arbeit gesundheitsgerecht gestalten lässt, welche Möglichkeiten das Arbeitsrecht bietet und wo der bestehende Rechtsrahmen an Grenzen stößt.
- Nicole Deci, Andreas Müller: KI-Systeme als Herausforderung für psychische Gesundheit und Arbeitsschutz
Der Beitrag setzt sich aus einer arbeitspsychologischen Perspektive mit der psychischen Belastung bei KI-gestützter Arbeit auseinander und gibt ausgehend von arbeitswissenschaftlichen und -psychologischen Modellen einen Überblick zur aktuellen Studienlage. - Theresa Gaßmann: Psychische Gesundheit in der digitalen Arbeitswelt als Gegenstand betrieblicher Mitbestimmung – Grenzen und Entwicklungsperspektiven
Der Beitrag nimmt die Rolle des Betriebsrats beim Schutz der psychischen Gesundheit von Beschäftigten in den Blick. Ausgehend vom erzwingbaren Mitbestimmungsrecht bei Gefährdungsbeurteilungen psychischer Belastungen untersucht die Autorin Grenzen der betrieblichen Mitbestimmung und zeigt Perspektiven für eine Weiterentwicklung des Arbeitsschutzrechts auf. - Nadine Bingöl: Ständige technikbedingte Erreichbarkeit als unregulierte Erscheinungsform der digitalen Arbeitswelt – Herausforderungen für das Arbeitszeitrecht
Die Autorin hat in ihrer aktuell vorgelegten Dissertation die ständige Erreichbarkeit untersucht. Mit dem Beitrag stellt sie ihre Forschung vor und zeigt auf, an welchen Stellen rechtlicher Handlungs- und Modernisierungsbedarf besteht. Sie plädiert für eine normative Erfassung dieses technikbedingten Phänomens.
Die Rubrik »Perspektiven« beleuchtet in dieser Ausgabe die Handlungsmöglichkeiten für Betriebsräte bei digitalem Zeit- und Leistungsdruck, den Einsatz von KI bei der Gefährdungsbeurteilung und das Thema Cybermobbing in Betrieben.