Schulung und Qualifizierung

#BR26: Austausch auf Augenhöhe

Beim Betriebsräteforum #BR26 spielt der Austausch zwischen Wissenschaft und Betriebsratspraxis eine zentrale Rolle. Doch wie ist der Transfer komplexer Inhalte zu schaffen, und welche Erwartungshaltung haben Mitbestimmer*innen? Professor Peter Wedde von der Frankfurt University of Applied Science und Referent in der Session „Theorie trifft Praxis“ zum Austausch auf Augenhöhe.  

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Mit dem #BR26 findet am 16. und 17. September 2026 Deutschlands modernstes und relevantestes Betriebsratsforum in Berlin statt. Gerade im Jahr der Betriebsratswahlen stehen viele neue Gremienmitglieder in Verantwortung. Für sie und für die „alten Hasen” sind Orientierung, Qualifizierung und Vernetzung entscheidend für die tägiche Arbeit – und der Austausch auf Augenhähe. 

aib-web.de: Was erwartet die Teilnehmer der Bund-Verlag-Session?

Prof. Dr. Peter Wedde: Die Session soll einen direkten Austausch zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern mit zwei erfahrenen Wissenschaftlern ermöglichen, die seit Jahrzehnten in Theorie und Praxis mit arbeitsrechtlichen Fragestellungen befassen. Ausgangspunkt der Gespräche sollen aktuelle Entwicklungen im Arbeitsrecht und praktische Probleme in Betrieben und Unternehmen sein.

Welche Unterstützung bietet die Wissenschaft den Betriebsräten im Tagesgeschäft?

Prof. Dr. Peter Wedde: Wissenschaftliche Analysen helfen Betriebsräten bei der Beantwortung von Fragen, für die weder Rechtsprechung noch Fachliteratur Antworten geben. Wie wichtig das ist, zeigt sich beispielsweise bezüglich vieler Fragen, die es zum richtigen kollektivrechtlichen Umgang mit neuen KI-Systemen gibt. Wichtig ist aber auch die wissenschaftliche Begleitung neuer Gesetze oder die Bewertung gerichtlicher Entscheidungen. Hier sind Aussagen von Wissenschaftlern wichtig, denen die Interessen von Beschäftigten und Beschäftigten vertraut sind.

Der Interviewpartner

Professor Peter Wedde

Was kann die Wissenschaft im Gegenzug von Betriebsräten lernen?

Prof. Dr. Peter Wedde: Oft sind es Betriebsräte, die als erste feststellen, dass es Veränderung in der Führungskultur gibt, dass gesetzliche Schutzmechanismen unterlaufen werden oder dass Arbeitgeber aktuelle Gerichtsentscheidungen einseitig zu ihren Gunsten interpretieren. Dieses Praxiswissen ist insbesondere im kollektivrechtlichen Bereich eine wichtige Grundlage für die wissenschaftliche Analyse von Regelungsdefiziten und der hierauf aufbauenden Erarbeitung von belastbaren Lösungen, die Rechte von Betriebsräten und Beschäftigte wahren und stützen. 

Was sind die Voraussetzungen für einen effizienten Dialog?

Prof. Dr. Peter Wedde: Ein effizienter Dialog zwischen Betriebsräten und Wissenschaftlern setzt voraus, dass ein Austausch „auf Augenhöhe“ stattfindet. Wissenschaftler müssen dafür eine Sprache verwenden, die alle verstehen. Betriebsräte müssen beachten, dass Wissenschaft im arbeitsrechtlichen Bereich zwar keine schnellen Wunder vollbringen kann, dass sie aber die Lösung praktischer Probleme mittelfristig wirksam unterstützen kann. Ziel muss es sein, gemeinsam Unterstützungsangebote zu entwickeln, die tatsächlich in den Betrieben ankommen und von Betriebsräten wie von Beschäftigten dort als hilfreich wahrgenommen werden. 

Das Interview führte Christof Herrmann

#BR26 Deutschlands wichtigstes Betriebsratsforum

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