Die ersten Wochen vergingen rasend schnell. Melita Bozic, die Neue im Betriebsrat, stellte sich vor: im Gremium, in Ausschüssen, bei Führungskräften. Dann im Gesundheitswesen und Medienservice. Das sind ihre beiden Bereiche, für die sie als Betriebsrätin bei Audi in Ingolstadt zuständig ist. Zwischendurch packte sie immer wieder ihren Koffer. Auf zum nächsten Seminar bei der IG Metall: BR Kompakt 1 und 2, Grundlagen im Arbeitsrecht. Zurück ins Büro, das sie mit einem erfahrenen Betriebsrat teilt. Er ist ihr Pate, den sie alles fragen kann und der sie zu seinen Terminen mitnimmt. „Er hat eine Engelsgeduld.“ Melita Bozic, 49, ist im Januar 2025 als Nachrückerin ins 57-köpfige Gremium bei Audi Ingolstadt eingezogen und ist seitdem – eine Besonderheit des Autokonzerns – wie alle Betriebsratsmitglieder freigestellt.
Das Wichtigste für die Neuen: Qualifizierung und noch mal Qualifizierung. „Im ersten Jahr sind die neuen Mitglieder mehrere Wochen auf Schulungen“, bestätigt Karola Frank, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. Die Patenschaft erleichtert es, sich in den neuen Beruf hineinzufinden, ebenso wie die Zuständigkeit für einen Bereich. Schaut Melita Bozic auf ihr erstes Jahr zurück, fällt ihr nichts ein, was für die demnächst neuen Mitglieder verbessert werden müsste. Was ihr geholfen hat, war die Ermunterung der Kollegen und Kolleginnen: „Frag einfach, Melita!“.