Betriebsrat Airbus Operations GmbH, Hamburg
Nominiert 2026

Betriebsrat Airbus Operations GmbH (v.l.n.r.): Sophia Kielhorn (BR-Vorsitzende), Ronny Matschko (BR), Camilla Monthus (HR), Jens Gärtner (HR), Carola Balke-Steffen (BR), Malte Delventhal (BR), Frank Arndt (BR), Stefan Poppendieck (BR), Marie Titze (Facility Management), Alexander Oyda (Facility Management)
Nicht im Bild: Stephan Schoop (FM)
Das Projekt in Stichworten
- Herkömmliche Bürostrukturen erfüllen nicht mehr die Anforderungen an Kollaboration und Flexibilität und die Präsenzzeit vor Ort verlor zunehmend an Attraktivität.
- Betriebsrat initiierte mit dem Arbeitgeber ein paritätisches Lernprojekt unter wissenschaftlicher Begleitung, das den Übergang von klassischen Bürowelten zu einer bedarfsgerechten, hybriden Arbeitsumgebung gestaltet.
- Das Projekt liefert eine fundierte Grundlage für künftige Betriebsvereinbarungen, die sowohl Flexibilität als auch Standortattraktivität sichern.
Kurzbeschreibung
Die Arbeitswelt wandelt sich – dazu gehören auch die Orte, an denen Beschäftigte ihrer Tätigkeit nachgehen. Nicht erst seit der Corona-Pandemie ist so etwa das heimische Büro für viele zu einer Alternative gegenüber dem Firmenschreibtisch geworden. Aber auch Arbeiten von unterwegs aus gehört dazu. Bei Airbus Operations in Hamburg entstand unter diesen Vorzeichen ein Projekt, bei dem Betriebsrat und Arbeitgeber gemeinsam herausfinden wollten, wie der Übergang vom klassischen Firmenbüro hin „zu einer bedarfsgerechten, hybriden Arbeitsumgebung gestaltet“ werden kann, wie Betriebsratsmitglied Malte Delventhal erläutert. Nötig wurde das, weil sich die Anforderungen an die räumlichen Arbeitsbedingungen änderten. Zugleich hatten aber viele Beschäftigte und auch Betriebsratsmitglieder gegenüber einem Ansatz wie dem „Desksharing“ – wobei Mitarbeiter*innen nach Bedarf während ihrer Präsenz im Betrieb einen wechselnden Schreibtisch zugewiesen bekommen – einige Vorbehalte. „Aus diesem Grund starteten wir das einjährige Projekt mit externer wissenschaftlicher Begleitung durch das Fraunhofer Institut für Arbeitsorganisation.“
280 Kolleg*innen aus verschiedenen Arbeitsbereichen beteiligten sich an den Versuchen zum Mobilen Arbeiten, die auf der existierenden flexiblen Konzernbetriebsvereinbarung basierten, sowie am „Activity Based Working“, einem Bürokonzept ohne strikt festgelegte Arbeitsplätze und Raumstrukturen. Malte Delventhal: „Das Ziel war, Vorurteile durch Fakten zu ersetzen.“ Die Arbeitswelt der Zukunft sollte aktiv mitgestaltet werden, was auch die Rolle des Betriebsrats betraf. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, denn 97 % der Projektteilnehmer*innen möchten dauerhaft unter den Bedingungen eines Activity Based Working arbeiten. Geteilte Arbeitsplätze haben für die übergroße Mehrheit der Belegschaft ihren Schrecken verloren, und die Wahlfreiheit zwischen verschiedenen Arbeitsorten – mobil, in Präsenz und dort in unterschiedlichen Räumen – erhöhte das Wohlbefinden der Beteiligten. „Der wichtigste Schritt ist es nun, die Erkenntnisse in eine Rahmenbetriebsvereinbarung überzuleiten, die bei Airbus flächendeckend angewendet werden kann.“ Das Projekt habe dafür eine solide und rechtssichere Basis geschaffen.