Betriebsrat Arkema GmbH, Leuna
Nominiert 2026

Betriebsrat Arkema GmbH (v.l.n.r).: P. Schuricht (Praxismanagerin Werksärztlicher Dienst - InfraLeuna), BR Leuna: S. Hoffmann, M. Wilop-Kossmann, T. Möhrling, P. Artmann, A. Jankowski, Dr. J. Reeg (Leitende Werksärztin Werksärztlicher Dienst - InfraLeuna)
Das Projekt in Stichworten
- Entwicklung eines Angebots für Beschäftigte zur zusätzlichen Gesundheitsvorsorge.
- Dadurch können zeitnah Erkrankungen aufgedeckt und behandelt werden.
- Betriebsvereinbarung umfasst finanzielle Unterstützung und regelt die Freiwilligkeit sowie die Zusicherung der ärztlichen Schweigepflicht über alle Untersuchungsergebnisse.
Kurzbeschreibung
Wer in Vollzeit arbeitet und fernab einer großen Stadt wohnt, schafft es oft nicht zu Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt. Diese Einsicht und die Tatsache, dass es noch Mittel aus dem „Fonds lebensphasengerechte Arbeitszeitgestaltung“ (LephA) gab, standen am Anfang eines ungewöhnlichen Angebotes für die Beschäftigten bei Arkema, einem Hersteller von Wasserstoffperoxid im sachsen-anhaltischen Leuna. „Vor Jahren wurde für das Tarifgebiet Ost und Berlin (Ost) ein Tarifvertrag über diesen Fonds abgeschlossen. Ihm werden durch die Unternehmen jährlich Mittel für arbeitszeit- und gesundheitsbezogene Entlastungen zugeführt“, erklärt die Betriebsratsvorsitzende Anke Jankowski. So wurde Geld aus dem Fonds bereits für altersgerechtes Arbeiten, Entlastungszeiten sowie für Pflege- und Erziehungszeiten eingesetzt. Aber es gab noch nichts auf dem Gebiet der Gesundheitsfürsorge.
„Außerhalb der Arbeitszeit ist es für die Beschäftigten sehr schwer, Termine für ihre Vorsorge zu erhalten“, weiß Anke Jankowski. „Hier wollten wir einen Beitrag für alle leisten, nicht nur für ausgewählte Mitarbeiter*innen.“ In einer Kooperation des fünfköpfigen Betriebsrats mit dem Werkärztlichen Dienst der InfraLeuna GmbH (WÄD) kam ein Angebot für den Standort heraus, das weit über die üblichen Vorsorgeuntersuchungen in Arztpraxen hinausgeht: Die Beschäftigten können während der Arbeitszeit beim WÄD vor Ort verschiedene Blutwerte wie Cholesterin, Zucker, Vitamin D und weitere bestimmen lassen sowie eine Krebsfrüherkennung, Funktionsdiagnostik oder Ultraschalluntersuchung der Gefäße in Anspruch nehmen. „Darüber konnten wir eine Betriebsvereinbarung abschließen. Dazu gehört die garantierte finanzielle Unterstützung des Angebotes mit 400 Euro pro Beschäftigten im Jahr“, sagt die Betriebsratsvorsitzende. Die Vereinbarung umfasst die Freiwilligkeit sowie die Zusicherung der ärztlichen Schweigepflicht über alle Untersuchungsergebnisse. Die Arkema-Mitarbeiter*innen in Leuna nutzen das Angebot nach Kräften – seit dem Start zum Jahresanfang 2026 haben es bereits 85 % in Anspruch genommen.