Betriebsrat AUMOVIO Germany GmbH, Babenhausen
Nominiert 2026

Betriebsrat AUMOVIO Germany GmbH:
1. Reihe (v.l.n.r.): Isabel Novo, Anne Nothing, Luca Karg (IGM)
2. Reihe (v.l.n.r.): Reyhan Baydar, Petra Wolf, Alexander Georg, Roland Gürtler, Peter Heisack, Jürgen Wolf, Paula Zöller, Volker Fiedler, Mehmet Demirci, Thomas Kehrbaum (IGM-Betreuer)
3. Reihe (v.l.n.r.): Cornelia Wintermeier, Manuela Habermann, Maik Grosche, Roger Uhl, Claus-Dieter Jost, Hermann Janßen, Yilmaz Efe
Das Projekt in Stichworten
- In einem herausfordernden Umfeld mit Transformation, Wettbewerb und permanenten Restrukturierungen entschied sich der Betriebsrat von der bisherigen reaktiven in eine strategisch vorausschauende Mitbestimmung und Betriebsratsarbeit zu wechseln.
- Die Beschäftigtenvertreter*innen entwickelten eigene Prioritäten und Handlungsansätze aus Sicht der deutschen Standorte.
- Die neuentwickelte, szenarienbasierte Mitbestimmung zeigt positive Einfluss auf den Arbeitgeber und stärkt die Position gegenüber dem Management.
Kurzbeschreibung
Seit langem kriselt es in der BA UX (Business Area User Experience) bei AUMOVIO, einem Automobilzulieferer, der aus dem Geschäftsbereich Automotive der Continental AG hervorgegangen ist. Auch im hessischen Babenhausen, dem Headquarter der BA UX. Dort entwickelte und stellte man bislang Tachometer, Displays und Head-Ups her. Zu Ende 2026 wird die Produktion endgültig geschlossen. Neuausrichtungen und zukunftsträchtige Projekte scheiterten. Die anhaltende Krise wurde mit Kostensenkungen und Personalabbau beantwortet. „In dieser Situation entschieden wir, uns stärker in den Transformationsprozess einzuschalten“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Claus-Dieter Jost. Das bedeutete einen Wechsel vom Reaktions- in den Aktivmodus sowie die damit verbundene Ausrichtung, – unter Einbeziehung externen Sachverstands – eigenständige Strategien zu entwickeln. Der zuständige IG Metall-Betreuer vermittelte Kontakte zur Hans-Böckler-Stiftung, zum Institut für Mitbestimmung und Unternehmensführung sowie zum Institut für prospektive Analysen. „Sie alle unterstützten uns, vor mehr als zwei Jahren einen Szenarienprozess zu starten, bei dem es vor allem um verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten für den Standort ging“, so der Betriebsratsvorsitzende.
Intensiv widmeten sich die Beschäftigtenvertreter*innen unter Beteiligung der Schwerbehindertenvertretung strategischen Ableitungen, entwickelten eigene Prioritäten und Handlungsansätze aus Sicht der deutschen Standorte der BA UX. Erreicht wurde eine szenarienbasierte, strategische und vorausschauende Mitbestimmung, die positiven Einfluss sowohl auf den Gesamtbetriebsrat als auch den Arbeitgeber hat. „Es ist uns gelungen, in einer schwierigen Unternehmenslage unsere Position gegenüber dem Management zu stärken und als strategischer Partner wahrgenommen zu werden“, so Claus-Dieter Jost. Erreicht wurde das infolge der intensiven Arbeit in Gestalt von Strategiedialogen, industriepolitischen Dialogen, regelmäßigen Treffen etwa mit Vertreter*innen des Fraunhofer Institutes Darmstadt, dem Leiter für Strategie und Kommunikation sowie dem in Babenhausen ansässigen Management der BA UX von AUMOVIO. All diese Aktivitäten halfen zudem, den Rückhalt in der Belegschaft auszubauen und dadurch die Motivation hochzuhalten.