Betriebsrat Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH, Hamburg
Nominiert 2026

Betriebsrat Elbkinder Vereinigung Hamburger Kitas gGmbH (v.l.n.r.): Roland Schneider (Stellv. Vorsitz Betriebsrat), Marina Jachenholz (Vorsitzende Betriebsrat) und Anette Krapp (Betriebsrätin)
Das Projekt in Stichworten
- Aufgrund aktueller Entwicklungen auch innerhalb des Unternehmens, sah sich das Gremium aufgefordert, Fremdenfeindlichkeit, Ausgrenzungen, Angriffe auf die sexuelle Selbstbestimmtheit von Kolleginnen als auch von Kindern klar entgegenzutreten.
- Der Betriebsrat entwickelte eine Plakataktion, in dem das Themen Vielfalt und klare Kante gegen rechtsextreme Äußerungen bilderstark aufgegriffen wurde.
- Mit dem Projekt wurde eine Sensibilisierung der eigenen Belegschaft erreicht und gleichzeitig ein öffentliches Zeichen für Demokratie und Vielfalt gesetzt.
Kurzbeschreibung
Stadtweit bestehen die Elbkinder aus 180 Einrichtungen in Hamburg mit rund 7.000 Beschäftigten aus etwa vierzig verschiedenen Ländern, die mehr als 30.000 Kinder aus noch sehr viel mehr Ländern betreuen. „Wir verstehen uns als vielfältigen und diversen Betrieb, in dem Demokratie gelebt wird“, erklärt das freigestellte Betriebsratsmitglied Roland Schneider. Umso alarmierter waren Kolleg*innen, als zwar nur vereinzelt, aber doch in der Tendenz zunehmend fremdenfeindliche Äußerungen gegenüber Beschäftigten und auch betreuten Kindern registriert werden mussten.
„Wir wollen das nicht in unserem Betrieb und vereinbarten, dem etwas entgegenzusetzen“, so Schneider. 2024 begann die Diskussion über eine geeignete Sensibilisierung der Belegschaft über rechte politische Strömungen. Im Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit konkretisierte sich die Idee, mit passenden Bildern und Plakaten sowie der Beteiligung an der Initiative „Welcome Out“ mehrere Zeichen für Vielfalt und gegen Hass zu setzen. „Der Weg zur Plakataktion, die 2025 gestartet wurde, bedurfte einiger Überzeugungsarbeit auch im 35-köpfigen Betriebsratsgremium.“ Inzwischen wurden verschiedene großformatige Plakate zum Themenkreis nicht nur ausgehängt, sondern zum Ausgangspunkt für Gespräche über Erfahrungen der Kolleg*innen mit rassistischen, und anderen diskriminierenden Äußerungen genutzt. Roland Schneider: „Wir haben uns positioniert und unsere Meinung gegen menschenverachtende Gedanken klar gemacht.“ Die Geschäftsleitung ließ den Beschäftigtenvertreter*innen dabei „freie Hand“. Und gleichzeitig schafft die Beteiligung als Patrons an der Initiative „Welcome Out“ mehr Sichtbarkeit für die Anliegen der Elbkinder, bei denen Hass und Ausgrenzung keinen Platz haben.
Fremdenfeindliche und rassistische Äußerungen gegenüber Beschäftigten und Kindern sind ein Angriff auf das demokratische und solidarische Miteinander. Der Betriebsrat hat deshalb zu Recht Alarm geschlagen und deutlich gemacht: Demokratie und Vielfalt beginnen nicht erst in der Schule oder am Arbeitsplatz. Sie werden bereits im Kindergarten gelebt und müssen dort aktiv verteidigt werden. Das Gremium zeigte klare Kante gegen diese Entwicklung und setzte dazu bilderstarke Plakate ein. Dieses Projekt verdient Respekt und Anerkennung weit über Hamburg hinaus.
Albena Chipkovenska, GEW