Betriebsrat Maschinenfabrik ALFING Kessler GmbH, Aalen

Nominiert 2026

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Betriebsrat Maschinenfabrik ALFING Kessler GmbH (v.l.n.r.): Oliver Hirsch, Klaus Vaas, Rainer Lehnert 

Daten zum Projekt

  • Unternehmen/Betrieb: Betriebsrat Maschinenfabrik ALFING Kessler GmbH, Aalen
  • Branche: Metall- und Elektroindustrie
  • Gewerkschaft: IGM

Das Projekt in Stichworten

  • Betriebsrat thematisierte und begleitete frühzeitig und dauerhaft die Herausforderung des massiven Umbruchs in der Automobilindustrie.
  • Gremium setzte konsequent auf Beteiligung der Beschäftigten und war wesentlicher Treiber des Wandels vom „Unternehmen ohne Zukunft“ zum Leuchtturm für gelingende Transformation.
  • Drohender Personalabbau konnte so nicht nur abgewendet, sondern ein deutlicher Mitarbeiterzuwachs erreicht werden. 

Kurzbeschreibung

Gleich mehrere Krisen gaben den Ausschlag für das umfassende Projekt des Betriebsrats, ihre Firma, die Maschinenfabrik ALFING Kessler im baden-württembergischen Ostalbkreis, zukunftsfest zu gestalten und die Arbeitsplätze langfristig zu sichern. Die Diskussion um das bevorstehende Ende für Autos mit Verbrennermotoren forcierte schon vor Jahren ebenso die Krisenstimmung beim damals nicht unerheblich von der Automobilindustrie abhängigen Unternehmen wie auch die Folgen der Corona-Pandemie in Gestalt von steigenden Preisen, Energiemangel und gestörten Lieferketten. „Uns war früh klar, dass Abwarten keine Option ist“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Klaus Vaas. „Gemeinsam mit der IG Metall, der Geschäftsleitung und unter aktiver Beteiligung der Belegschaft initiierten wir ab 2022 einen Wandel, der weit über reine Produktveränderungen hinausging.“ 

Schritt für Schritt gelang die Transformation. Waren vorher vor allem Kurbelwellen für Verbrennermotoren produziert worden, stellt ALFING Kessler heute verschiedene hochpräzise Bauteile wie Wellen für Elektromotoren, Extruderschnecken und anderes mehr her. Statt Stagnation prägt mittlerweile Expansion die Lage: So steigerte der Betrieb den Umsatz. Ausgehend von rund 190 Mio. Euro im Jahr 2020 soll der Umsatz 2026 gut verdoppelt werden. Drohte anfangs ein Personalabbau von bis zu 25 % der Belegschaft, konnte die Beschäftigtenzahl nicht nur gehalten, sondern auf rund 1.450 erhöht werden, wobei sogar noch 100 Stellen zu besetzen sind. Auch die Zahl der Ausbildungsplätze wurde erhöht, und Auszubildende anderer Betriebe werden regelmäßig übernommen. Klaus Vaas: „Es ist eine Erfolgsgeschichte, zu der ebenfalls gehört, dass sich das Betriebsklima durch mehr Beteiligung der Beschäftigten und viele kleine Änderungen im Unternehmen deutlich verbessert hat.“ Aus einem „Unternehmen ohne Zukunft“ sei so inzwischen ein sichtbarer Leuchtturm für eine gelingende Transformation in der Region geworden.

Trotz Corona-Pandemie und wachsendem Transformationsdruck: Statt Stellenabbau auf 800 bis 900 Beschäftigte arbeiten heute rund 1.450 bei dem Unternehmen. Mit seinem nach vorne gerichteten und auf vertrauensvolle Zusammenarbeit aller Akteure setzenden Ansatz trug der Betriebsrat wesentlich dazu bei, dass Arbeitsplätze nicht nur gesichert werden konnten, sondern der Standort langfristig wettbewerbsfähig aufgestellt ist.

Klaus Ulrich, IG BAU