DAX-Konzerne: Weit weg von weiblich
Während der Frauenanteil in den obersten Führungsebenen der DAX-Konzerne leicht gestiegen ist, bleibt eine ähnliche Entwicklung in der Gesamtbelegschaft aus.
Während der Frauenanteil in den obersten Führungsebenen der DAX-Konzerne leicht gestiegen ist, bleibt eine ähnliche Entwicklung in der Gesamtbelegschaft aus.

Der Frauenanteil auf Führungsebene in DAX-Unternehmen hat von 26,6 Prozent im Jahr 2024 auf 29,3 Prozent im Folgejahr zugelegt. Dennoch sind Männer mit einem Anteil von mehr als 70 Prozent in den obersten Führungsebenen weiterhin deutlich in der Mehrheit. Auch im Vergleich zur Gesamtbelegschaft (33,1 Prozent) bleibt der Wert der Frauen niedrig. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Prüfungs- und Beratungsorganisation EY.
„Bei klassischen Industrieunternehmen bekleiden besonders häufig Männer die Top Positionen – das sind gewachsene Strukturen, die sich nur langsam verändern“, sagt die EY-Parthenon Senior Managerin Janine Bartsch. Ein Grund dafür sei die Zusammensetzung der Belegschaften, da in vielen Industrieunternehmen überwiegend Männer beschäftigt seien. Das beeinflusst dann wiederum die Anzahl der potenziellen weiblichen Führungskräfte.
Die Studie zeigt außerdem, dass Frauen lediglich in acht der 40 DAX-Unternehmen die Mehrheit der Gesamtbelegschaft stellen. Jedoch bezieht sich der hohe Frauenanteil hier nicht auf die Führungsebene, wo sie weiterhin unterrepräsentiert bleiben.
Bartsch bringt zusätzlich das Phänomen des „Leistungs- und „Ähnlichkeitsbias“ als Erklärung hervor: Andere Menschen werden von uns positiver bewertet, wenn wir das Gefühl haben, ihnen ähnlicher zu sein. Wenn Männer also vorrangig die Führungsposition besetzen, dann werden von ihnen auch unterbewusst Männer bevorzugt.
Beim Einkommen sieht dies ähnlich aus: Auch, wenn sich die Geschlechter immer mehr annähern, bleiben Gehaltsunterschiede bestehen. Hier können jedoch auch Aspekte wie Teilzeit- und Unterbrechungseffekte sowie geschlechterspezifische Berufswahl entscheidende Faktoren sein.
Pressemitteilung der Unternehmensberatung EY vom 17.6.2026: „DAX-Konzerne: Leichte Fortschritte bei der Förderung von Frauen"