DGB-Ausbildungsreport

Wenn Ausbildung zur Belastung wird

Viele Auszubildende berichten von psychischer Belastung, Zeitdruck und fehlender Unterstützung. Der DGB-Ausbildungsreport 2026 zeigt, was Betriebe verbessern sollten. 

Ein besonderer Fokus des Reports liegt auf der mentalen Gesundheit von Auszubildenden: Die Hälfte der Befragten gibt an, psychisch belastet zu sein. Dabei spielen inner- und außerbetriebliche Umstände eine Rolle. Ein wichtiger Faktor ist die Betreuung der Auszubildenden: Wenn Ausbilder*innen immer verfügbar sind, geben nur 8,5 Prozent der Befragten an, sich stark belastet zu fühlen – bei seltener Erreichbarkeit sind es mehr als viermal so viele, nämlich 36 Prozent. Belastungen entstehen dabei hauptsächlich durch Leistungs- und Zeitdruck oder Personalmangel. Dadurch fühlen sich Auszubildende nicht ausreichend angeleitet oder müssen Aufgaben übernehmen, denen sie noch nicht gewachsen sind. Mehr als ein Drittel der Befragten machen regelmäßig Überstunden, und rund 16 Prozent müssen Arbeiten in Bereichen leisten, die nicht Bestandteil der Ausbildung sind oder sie in ihrem weiteren Lernerfolg nicht stärken.

Dazu kommen außerbetriebliche Belastungen wie Geldsorgen, die Wohnsituation, Nebenjobs oder die Pflege von Angehörigen sowie Kindererziehung. Rund 65 Prozent der Auszubildenden geben an, sich mit ihrer Ausbildungsvergütung „weniger gut“ oder „gar nicht“ versorgen zu können. Das führt dazu, dass fast ein Drittel finanziell von den Eltern unterstützt werden muss.

DGB-Bundesjugendsekretärin Nina Krüger fordert daher eine stärkere Unterstützung der Auszubildenden: „Wir brauchen niedrigschwellige Ansprech- und Beratungsangebote, die in solchen Situationen für die Azubis verfügbar sind. Dazu gehören auch verpflichtende Fortbildungen zur mentalen Gesundheit für das Ausbildungspersonal.“ 

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Zufriedenheit hängt von der Branche ab

Trotz der angesprochenen Probleme zeigt der DGB-Ausbildungsreport auch, dass 65,7 Prozent der Befragten „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“ mit ihrer Ausbildung sind.  

Jedoch lassen sich bei der Zufriedenheit branchenabhängig deutliche Unterschiede feststellen: Unter den Verwaltungsfachangestellten zum Beispiel sind fast 82 Prozent mit ihrer Ausbildung (sehr) „zufrieden“. Anders sieht das bei Hotelfachangestellten aus: Nur 53,6 Prozent geben an, „zufrieden“ zu sein. Genauso variieren auch die Übernahmechancen von Branche zu Branche: Über ein Drittel der Befragten weiß im letzten Ausbildungsjahr nicht, ob es übernommen wird.

Gibt es eine betriebliche Interessenvertretung, steigt die positive Bewertung: Dann sind drei Viertel (75,5 Prozent) der Auszubildenden mit ihrer Ausbildung „zufrieden“ oder „sehr zufrieden“.

Eine der zentralen Reaktionen des DGB auf die aktuelle Auswertung ist die Forderung nach mehr Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen zur mentalen Gesundheit für Ausbildungspersonal und Berufsschullehrkräfte. Zusätzlich setzt sich der Verband für eine höhere Ausbildungsvergütung und den Ausbau bundesweiter Azubiwohnheime mit sozialpädagogischer Begleitung ein. Auch die Übernahme sollte laut DGB unbefristet sein und nach einem erfolgreichen Abschluss sichergestellt werden.

In der Studie wurden über zwölf Monate bis Mai 2026 mehr als 13.000 Auszubildende aus den 25 am stärksten besetzten dualen Ausbildungsberufen befragt.

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