1992 lebten 11,9 Prozent der Bevölkerung in Armut, 2024 waren es 17,3 Prozent, nur 2021 lag die Quote mit 17,4 Prozent knapp höher. Als arm gilt, wer in einem Haushalt mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens lebt, 2024 entsprach das für einen Singlehaushalt einem verfügbaren Jahreseinkommen von unter 15.673 Euro. Noch stärker wuchs die strenge Armut (unter 50 Prozent des mittleren Einkommens, also unter 13.061 Euro): von 5,9 Prozent auf 10,4 Prozent, ein Plus von 76 Prozent. Ihren Höchststand erreichte sie 2020 mit 11,5 Prozent und ist seither leicht gesunken.
Die untere Mittelschicht, also Einkommen zwischen der Armutsgrenze und dem Median, schrumpfte von 38 Prozent der Bevölkerung (1992) auf 32,7 Prozent. Die obere Mitte blieb mit 44,3 Prozent (1992) und 43,0 Prozent (2024) stabil. Rund drei Viertel der Bevölkerung gehören weiterhin zur Einkommensmitte, dagegen stieg am oberen Rand der Anteil der sehr Reichen mit mehr als dem Dreifachen des Medians von 1,1 auf 1,9 Prozent. Die Autor*innen sprechen im Zuge der neuen Zahlen von einer wachsenden Polarisierung.