Bas tritt als Arbeitsministerin und SPD-Parteichefin zurück
Bärbel Bas zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der Bundesregierung und von der SPD-Spitze zurück. Als Arbeitsminister folgt ihr laut Medienberichten Alexander Schweitzer nach.
Bärbel Bas zieht sich mit sofortiger Wirkung aus der Bundesregierung und von der SPD-Spitze zurück. Als Arbeitsminister folgt ihr laut Medienberichten Alexander Schweitzer nach.

„Heute endet für mich ein Kapitel, aber nicht die Geschichte“: Mit diesen Worten hat Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) am Montagmorgen auf Instagram ihren Rückzug angekündigt. Die 58-Jährige legt sowohl ihr Ministeramt als auch den SPD-Co-Vorsitz mit sofortiger Wirkung nieder.
Den Parteivorsitz gab Bas noch am Montag ab. Zudem bat sie Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) um ihre Entlassung als Ministerin für Arbeit und Soziales. Ihr Bundestagsmandat für den Wahlkreis Duisburg behält sie.
Nach dem Tod ihrer Stieftochter brauche sie Zeit, „um die Trauer zu verarbeiten“, schrieb Bas auf Instagram. Zugleich beklagte sie öffentliche Angriffe auf ihre Person, auch aus den Reihen des Koalitionspartners. Diese Angriffe seien zuletzt noch verstärkt worden. Ihr fehle die Kraft, ihre Arbeit „mit voller Kraft“ zu bewältigen.

Nachfolger von Bas im Bundeskabinett soll Alexander Schweitzer werden. Schweitzer, im Mai als Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz abgewählt und als Mitglied des Parteivorstandes stellvertretender Vorsitzender der SPD, wird nach Informationen von ARD und „Der Spiegel“ neuer Bundesarbeitsminister.
Der Rückzug trifft die schwarz-rote Koalition in einer angespannten Phase. Die Angriffe auf Bas hatten nicht zuletzt mit den Verzögerungen bei der Umsetzung der geplanten Arbeitsmarkt-, Gesetzes- und Rentenreformen zu tun, auf die Union und speziell der Kanzler drängen und bei denen die SPD Änderungen durchsetzen will. Am Mittwoch tagt der Koalitionsausschuss. Ob dort ein Kompromiss gelingt, gilt als offen.