Schon gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, im April 1945, beteiligt sich Nasemann am Aufbau des ersten provisorischen Betriebsrates bei der Hanomag. Zuerst wird ein Wachdienst eingerichtet, „denn es wurde – kein Wunder bei der großen Not – alles gestohlen, was sich wegtragen ließ“. Nach seinen Erlebnissen will er den Betrieb aber unbedingt wechseln und startet im August 1945 als Fahrer bei den städtischen Gaswerken. 1946 wird dort ein Betriebsrat gewählt, doch Nasemann darf nicht kandidieren, weil er noch kein ganzes Jahr im Betrieb ist. 1947 wird er schließlich stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, 1954 dann Geschäftsführer des Gesamtbetriebsrats bei der Stadtverwaltung.
Dass hinter jedem erfolgreichen Mann eine starke Frau steht, deutet Edith Nasemann viele Jahre später an: Sie erzählt einmal, dass sie seinerzeit die Terminmappe ihres Mannes mit Vorlagen spickte, die sie für wichtig hielt. Kennengelernt hatte er sie im Sekretariat des Gesamtbetriebsrats.