Mit der Altersteilzeit im Blockmodell würde ein bewährtes arbeitsrechtliches Instrument verloren gehen – und das in Zeiten, da etwa in der Industrie monatlich Arbeitsplätze in fünfstelliger Zahl verschwinden: „Die Altersteilzeit im Blockmodell ist das sozialste Werkzeug, das wir im industriellen Umbau haben“, sagt Barbara Resch, Bezirksleiterin der IG Metall Baden-Württemberg. „Sie ermöglicht Personalanpassungen ohne betriebsbedingte Kündigungen, geordnet, planbar und im Konsens mit den Beschäftigten. Wer dieses Instrument abschafft, riskiert deutlich härtere Einschnitte.“
Man könne nicht Transformation fordern und zugleich die Instrumente abschaffen, die sie sozialverträglich machen, so Resch weiter. „Man nimmt uns das sozialste Instrument, das wir haben, ausgerechnet in dem Moment weg, in dem wir es am dringendsten brauchen.“ Auch VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo warnt laut Medienberichten eindringlich vor den Konsequenzen einer Streichung: „Wenn uns dieses Instrument wegbricht, dann wissen wir nicht, wie wir das bewältigen könnten“, sagt sie mit Blick auf den aktuellen Stellenabbau bei dem Automobilkonzern.
Solche Aussagen sprechen für sich. Sie sind aber auch deshalb bemerkenswert, weil die darin enthaltene Kritik und Frustration nicht nur die Position von Gewerkschaften und Betriebsräten spiegelt, sondern auch die von Arbeitgebern. Denn für Unternehmen ist das Blockmodell eine konzeptionelle Alternative zu betriebsbedingten Kündigungen oder Aufhebungsverträgen. „Das Modell schafft Planungssicherheit beim Übergang in den Ruhestand und bietet Unternehmen Flexibilität in der Personalplanung“, schreibt der Fachanwalt für Arbeitsrecht Dr. Kai Bodenstedt auf haufe.de. Der Plan der Regierung wäre an dieser Stelle also weder sozial noch betriebswirtschaftlich verträglich.
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