Angst vor Jobverlust ist weit verbreitet
Nur ein Viertel der Beschäftigten in Deutschland blickt zuversichtlich auf die berufliche Zukunft – obwohl das Risiko eines Arbeitsplatzverlusts in vielen Branchen vergleichsweise gering ist.
Nur ein Viertel der Beschäftigten in Deutschland blickt zuversichtlich auf die berufliche Zukunft – obwohl das Risiko eines Arbeitsplatzverlusts in vielen Branchen vergleichsweise gering ist.

In Deutschland fühlen sich 24 Prozent der Beschäftigten sicher in ihrem Job und gehen nicht von einem zeitnahen Jobverlust aus. Auch im weltweiten Vergleich sieht es ähnlich aus: Nur 22 Prozent haben keine Angst vor einem Jobwegfall, und in keinem der untersuchten Länder gibt es eine Mehrheit, die sich sicher im Job fühlt. Das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Studie „People at Work“ von ADP Research, einem IT-Serviceunternehmen mit Schwerpunkt Personal.
Entwicklungen in der Künstlichen Intelligenz sowie der demografische Wandel sind Faktoren, die den Arbeitsmarkt langfristig verändern. Bei vielen Beschäftigten löst das Unsicherheit aus. Sie befürchten, ihr Job könnte nicht vor einem möglichen Wegfall geschützt sein.
Das betont auch der CEO Deutschland von ADP, Thomas Zimmermann: „KI verändert einzelne Arbeiten in bestehenden Berufen. Sie schafft neue Berufsbilder und wandelt zugleich bestehende Rollen. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass eine Lücke zwischen den tatsächlichen Beschäftigungsbedingungen und dem Empfinden der Beschäftigten mit Blick auf ihre Zukunft besteht. In Deutschland beschäftigt die Mitarbeitenden nicht nur, ob sie heute einen Job haben. Sie fragen sich auch, ob ihre Rolle auf Dauer relevant bleibt, und viele blicken nicht zuversichtlich auf ihre berufliche Zukunft.“
Auch wenn das Niveau der Sicherheit deutschlandweit niedrig bleibt, gibt es Unterschiede in den verschiedenen Arbeitsformen, Bildungsabschlüssen und Branchen. Insgesamt ist die Jobsicherheit bei Personen mit Uniabschluss mit 23 Prozent höher als bei Menschen, die nicht studiert haben. Hier sind es nur rund 19 Prozent. Wissensarbeitende weisen außerdem eine höheres Sicherheitsgefühl im Job auf. Zudem zeigt sich bei Beschäftigten, die in qualifizierten Tätigkeiten arbeiten, ein leicht niedrigeres Vertrauensgefühl als Beschäftigte in Jobs mit wiederholenden Tätigkeiten, etwa in der Produktion.
Mit 29 Prozent schätzen europaweit vor allem Beschäftigte im Gesundheitssektor und im sozialen Bereich ihre Arbeit als sicher ein. Am wenigsten vertrauen in der Forst- und Landwirtschaft Arbeitende auf die Sicherheit ihres Jobs – hier liegt der Anteil bei mageren 17 Prozent.
Beschäftigte, die sich sicher fühlen und von einem Bestehen der Tätigkeit ausgehen, geben doppelt so häufig an, im aktuellen Betrieb verbleiben zu wollen, als unsichere Beschäftigte. Anstiege lassen sich auch im Engagement erkennen: Wer Vertrauen in Jobsicherheit hat, ist sechsmal so häufig voll engagiert und nach eigener Einschätzung produktiver.
So sieht es auch Dr. Nela Richardson, Chefvolkswirtin bei ADP: Sie plädiert für offene Kommunikation des Arbeitgebers der Beschäftigten gegenüber und für die Stärkung des Vertrauensgefühls der Arbeitnehmer*innen. Denn Jobsicherheit sei zu einem „geschäftskritischen Thema“ geworden und nicht nur ein Indiz für das Stimmungsbild der Beschäftigten.
Die Studienreihe „People at Work 2026” wertet Ergebnisse des „Global Workforce Survey“ von ADP Research aus. Es wurden weltweit mehr als 39.000 Berufstätige befragt, um die Stimmung der Beschäftigten zu erfassen.
Pressemitteilung der ADP zur veröffentlichten Studie vom 29.07.2026.