Automobilindustrie: Aktionstag gegen Stellenabbau
Die IG Metall ruft die Beschäftigten der Herstellern und Zulieferbetriebe auf, am 21. September bundesweit gegen die Sparpläne der Konzerne zu protestieren.
Die IG Metall ruft die Beschäftigten der Herstellern und Zulieferbetriebe auf, am 21. September bundesweit gegen die Sparpläne der Konzerne zu protestieren.

Unter dem Motto „Zusammenhalt ist unsere stärkste Marke“ ruft die IG Metall (IGM) die Beschäftigten der Automobilbranche zu einem bundesweiten Aktionstag gegen die bei vielen Konzernen und Unternehmen geplanten Stellenstreichungen auf. „Wettbewerbsfähigkeit entsteht nicht durch Sparen, sondern durch Investitionen“, betont die IG Metall in einer Pressemitteilung.
Der Protest soll sich an verschiedenen Automobilstandorten in Deutschland erheben. Laut IG Metall sind bei zahlreichen Herstellern und Zulieferbetrieben Aktionen geplant, um gegen Sparprogramme, Werksschließungen und Arbeitsplatzabbau zu protestieren.
Hintergrund ist die anhaltende Branchenkrise. Nach Angaben der Gewerkschaft wurden im vergangenen Jahr zehntausende Stellen abgebaut, weitere Verlagerungen und Werksschließungen seien geplant. Erst vergangene Woche kündigte VW an, in den kommenden Jahren weitere 50.000 Jobs zu streichen und bis 2034 die Werke in Emden, Hannover, Neckarsulm und Zwickau zu schließen, sollten sich keine „alternativen Verwendungsmöglichkeiten“ dafür ergeben.
Die IG Metall kritisiert, Beschäftigte sollten durch längere Arbeitszeiten, Lohnverzicht oder Jobverlust die Folgen einer Krise tragen, die sie nicht verursacht hätten – während Unternehmen zugleich hohe Ausschüttungen an Aktionäre leisteten.
Die Gewerkschaft macht neben internationalen Entwicklungen auch Managemententscheidungen für die Krise verantwortlich: ein verspätetes Angebot kleinerer, günstigerer Modelle, verschlafene Entwicklungen bei Digitalisierung und Batterietechnik sowie vernachlässigte Investitionen in Zukunftstechnologien und Standorte. Sie fordert Investitionen in zukunftsfähige Produkte, Qualifizierung und der Erhalt der Standorte.
In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Proteste bei Zulieferern und Herstellern gegeben. Der konzertierte Aktionstag soll den Druck auf die Konzernführungen verstärken.
Weiterlesen: FAQ zur Krise in der Automobilindustrie