Inklusion

Zwischen Fortschritt und Handlungsbedarf

Immer mehr Betriebe beschäftigen Menschen mit Schwerbehinderung. Dennoch bleibt ihre Arbeitslosenquote im bundesweiten Vergleich hoch. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Bundesagentur für Arbeit hervor. 

In Betrieben mit 20 oder mehr Beschäftigten steigt die Zahl der Mitarbeitenden mit Schwerbehinderung. Außer eines pandemiebedingten Rückgangs ist der Wert der schwerbehinderten Beschäftigten kontinuierlich gestiegen. Im Jahr 2024 lag die Zahl bei etwa 1,14 Millionen, was einem Anstieg von 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Damit wurde das allgemeine Beschäftigungswachstum von 0,4 Prozent überschritten.  

Von den anzeigepflichtigen Arbeitgebern haben im Jahr 2024 39 Prozent die Pflichtvorgaben erfüllt. Mehr als die Hälfte dieser Arbeitgeber überschritt die gesetzlichen Vorgaben sogar. Besonders viele schwerbehinderte Mitarbeitende beschäftigen die Öffentliche Verwaltung, das Verarbeitende Gewerbe und der Gesundheits-, Pflege- und Sozialbereich. Rund 36 Prozent hielten ihr Soll teilweise ein, etwa ein Viertel erreichte es nicht. Trotzdem lässt sich insgesamt ein Zuwachs an Unternehmen, die Menschen mit Schwerbehinderung beschäftigen, erkennen.

Dennoch lag im Analysezeitraum die Erwerbstätigenquote von Menschen mit Schwerbehinderung mit 50,9 Prozent deutlich unter der Beschäftigungsquote der gesamten Bevölkerung: Hier waren 77,2 Prozent erwerbstätig. 

Fachkräftepotenzial nicht voll ausgeschöpft

Ein signifikanter Unterschied deckt die Analyse auch bei der Arbeitslosenquote schwerbehinderter Menschen auf: Diese betrug im Jahr 2025 zwölf Prozent – deutlich über dem Durchschnitt der Gesamtarbeitslosigkeit. Jedoch ließ sich sowohl bei schwerbehinderten Arbeitslosen als auch der Gesamtheit aller Arbeitslosen in Deutschland ein Anstieg feststellen. Mehr als die Hälfte der schwerbehinderten Arbeitslosen konnten im vergangenen Jahr eine abgeschlossene Berufsausbildung oder einen akademischen Abschluss vorweisen, das sind im Vergleich zu allen Arbeitslosen fast acht Prozent mehr.

Dies betont auch Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen der Bundesagentur für Arbeit: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass es trotz spürbarer Fortschritte weiterhin Nachholbedarf bei der Teilhabe schwerbehinderter Menschen am Arbeitsmarkt gibt. Ihre Beschäftigungschancen liegen nach wie vor unter dem Durchschnitt“. Außerdem wies er auf das „bislang nicht vollständig ausgeschöpfte Fachkräftepotenzial“ hin, welches sich durch die fehlende Beschäftigung von schwerbehinderten Arbeitslosen ergebe.  

Die Agentur für Arbeit bietet mit speziell geschulten Personal und Angeboten für Akademiker*innen mit Schwerbehinderung sowie Fördermaßnahmen zahlreiche Angebote für mehr Teilhabe. Auch Unternehmen können Unterstützung erhalten – beispielsweise durch Zuschüsse oder Förderungen für eine individuell angepasste Arbeitsplatzausstattung.  

Weitere Informationen sind im Bericht „Arbeitsmarktsituation schwerbehinderter Menschen 2025“ der Bundesagentur für Arbeit nachzulesen. 

Quelle

Pressemitteilung der Bundesagentur für Arbeit vom 22.7.2026

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