Arbeitsschutz in Zahlen

Arbeitsunfälle 2025: Unfallrisiko in Deutschland sinkt um 3,2 Prozent

Weniger Arbeitsunfälle, aber mehr Tote auf dem Arbeitsweg: Die neuen DGUV-Zahlen für 2025 zeigen ein zwiespältiges Bild. Die wichtigsten Zahlen zu Unfallrisiko, Berufskrankheiten und Arbeitsschutz im Überblick. 

Arbeitsunfall, Arbeiter, Arbeitsschutz

Das Unfallrisiko bei der Arbeit ist in Deutschland 2025 erneut gesunken. Nach den endgültigen Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) ging die Unfallhäufigkeit bei Arbeitsunfällen zurück. Gleichzeitig entwickelten sich Wege- und Schulunfälle gegenläufig. Auch bei den Berufskrankheiten setzte sich der Rückgang nach den pandemiebedingten Höchstständen der vergangenen Jahre fort.

Weniger Arbeitsunfälle, mehr Tote auf dem Arbeitsweg

Im Jahr 2025 registrierte die gesetzliche Unfallversicherung 689.922 meldepflichtige Arbeitsunfälle bei abhängig Beschäftigten und Unternehmern. Das Unfallrisiko sank dabei um 3,2 Prozent. Bezogen auf Vollzeitäquivalente wurden 2025 insgesamt 19,9 meldepflichtige Arbeitsunfälle je 1.000 Vollzeitäquivalente registriert.

Die DGUV betont in diesem Zusammenhang die Bedeutung von Prävention und Arbeitsschutz. Berufsgenossenschaften und Unfallkassen unterstützen Unternehmen und Einrichtungen mit zahlreichen Angeboten zur Vermeidung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. 

Wegeunfälle 2025: Unfallzahlen steigen leicht

2025 wurden 170.306 meldepflichtige Wegeunfälle registriert. Das entspricht einem Anstieg von 1,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Wegeunfälle sind Unfälle, die sich auf dem unmittelbaren Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte oder auf bestimmten gesetzlich versicherten Wegen ereignen. Ihre Entwicklung hängt unter anderem von Mobilität, Verkehrsaufkommen und der Zahl der tatsächlich zurückgelegten Arbeitswege ab. Der leichte Anstieg steht damit im Gegensatz zum Rückgang der Arbeitsunfälle innerhalb der betrieblichen Tätigkeit. Ein deutlicher Anstiegt ist bei den Schulunfallzahlen zu verzeichnen: Die DGUV registrierte 2025 1.032.546 meldepflichtige Schulunfälle, ein Plus von 2,0 Prozent. Die Schulwegunfälle stiegen auf 90.663 (+3,8 Prozent).

Mehr lesen zum Thema Arbeits- und Wegeunfall: Gilt es als Arbeitsunfall, wenn man mal schnell Döner für alle holt? 

Berufskrankheiten: Nur 24.340 Fälle anerkannt

Auch bei den Berufskrankheiten setzte sich 2025 der Rückgang fort. Insgesamt wurden 24.340 Fälle registriert. Das waren 9,3 Prozent weniger als 2024. Diese Entwicklung muss allerdings im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie betrachtet werden. In den Jahren 2020 bis 2022 hatte insbesondere COVID-19 einen außergewöhnlich starken Einfluss auf die Statistik der Berufskrankheiten. Mit dem Ende dieses pandemiebedingten Sondereffekts gingen die Fallzahlen in den Folgejahren deutlich zurück. 

Welche Berufskrankheiten traten besonders häufig auf?

Zu den häufigsten Berufskrankheiten in Deutschland zählen Lärmschwerhörigkeit mit 9.819 anerkannten Fällen im Jahr 2025. Ebenfalls eine wichtige Rolle spielte Hautkrebs durch UV-Strahlung mit 3.899 Fällen. Auch Muskel-Skelett-Erkrankungen bleiben für den Arbeitsschutz von großer Bedeutung.

COVID-19 ist zwar aus der Statistik deutlich zurückgegangen, war 2025 aber nicht vollständig verschwunden: 2.656 COVID-19-Erkrankungen wurden als Berufskrankheit anerkannt.

Bei den Zahlen ist grundsätzlich zwischen Verdachtsanzeigen und anerkannten Berufskrankheiten zu unterscheiden. Eine Verdachtsanzeige bedeutet nicht automatisch, dass eine Berufskrankheit später auch anerkannt wird.

Die Zahl der eingegangenen Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit stieg um 0,6 Prozent auf 91.250 an. Darüber hinaus wurden 1.772 Todesfälle infolge einer Berufskrankheit gemeldet, 6,1 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Verdachtsanzeigen spielen insbesondere Hauterkrankungen beziehungsweise Hautkrebs und Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems eine wichtige Rolle. 

DGUV 2025: 3,7 Millionen Unternehmen und Einrichtungen versichert

Die Statistik der DGUV zeigt die Reichweite der gesetzlichen Unfallversicherung in Deutschland.

2025 waren rund 3,7 Millionen Unternehmen und Einrichtungen versichert. Das waren etwa 1,0 Prozent mehr als im Vorjahr beziehungsweise rund 37.000 zusätzliche Unternehmen und Einrichtungen.

In der allgemeinen Unfallversicherung und der Schüler-Unfallversicherung waren insgesamt rund 68,4 Millionen Menschen versichert. Über alle Versicherungszweige hinweg ergeben sich nahezu 127 Millionen Versicherungsverhältnisse.

Für die Berechnung relativer Unfallhäufigkeiten wurden außerdem rund 44 Millionen Vollzeitäquivalente zugrunde gelegt.

Psychische Erkrankungen nicht in Statistik

So detailliert die DGUV-Zahlen 2025 sind – ein Bereich fehlte komplett: psychische Erkrankungen. Auf der Liste der Berufskrankheiten der BKV, die zum Stichtag 1. April 2025 85 Erkrankungen umfasste, stand kein einziges psychisches Krankheitsbild. Auch über die Arbeitsunfallstatistik wurden psychische Folgen kaum erfasst: Eine psychische Störung gilt rechtlich nur dann als Arbeitsunfall, wenn sie auf ein einzelnes, zeitlich begrenztes Ereignis zurückgeht. Dauerhafte Belastung über Wochen oder Monate – etwa durch Mobbing oder chronischen Arbeitsstress – fällt nicht darunter, selbst wenn sie nachweislich krank macht.

Doch die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV)  bestätigen seit Jahren, dass psychische Störungen (wie Depressionen oder Burnout-Folgen) zu den Hauptursachen für frühzeitige Berufs- und Erwerbsminderungsrenten gehören. In der DGUV-Unfallstatistik spiegeln sich diese Fälle jedoch kaum wider, da das gesetzliche Melde- und Entschädigungssystem primär auf körperliche Schäden und plötzliche Einwirkungen ausgelegt ist.  

Zum Weiterlesen: Wann gilt ein Trauma als Unfallfolge? 

Was bedeuten die DGUV-Zahlen 2025 für den Arbeitsschutz?

Für Unternehmen, Betriebsräte und Verantwortliche für den Arbeitsschutz bleibt laut DGUV deshalb die kontinuierliche Prävention zentral. Neben der Vermeidung klassischer Arbeitsunfälle müssen auch Verkehrswege, Arbeitswege, ergonomische Belastungen, Lärm und die Gefährdung durch natürliche UV-Strahlung berücksichtigt werden.

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Bettina Wolf Autorenbild

Bettina Wolf

Bettina Wolf ist seit September 2026 Teil des AIB-Teams. Als langjährige Print- und Online-Redakteurin für Magazine, Tageszeitungen und News-Portale hat sich die auf Familienthemen spezialisierte Journalistin schon früh mit Arbeitswelt und Mitbestimmung befasst – unter anderem als Betriebsrätin, wo sie die Themen der AIB aus erster Hand in der Praxis kennengelernt hat. Nach Stationen in Neuseeland, New York und Weinheim lebt sie heute wieder in Heidelberg. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, ist die zweifache Mutter und begeisterte Gen-Z-Kennerin auch als Vormund für unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche im Rhein-Neckar-Kreis im Einsatz.

Quelle

Pressemitteilung des Verbands Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zu den Geschäfts- und Rechnungsergebnissen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen vom 22.9.2026

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