Künstliche Intelligenz

Unternehmen müssen Belegschaften mitnehmen

Welche Auswirkungen KI und Automatisierung tatsächlich auf den Fachkräftebedarf haben, ist umstritten. Klar ist aber: Der technologische Fortschritt schürt die Angst vor einem Jobverlust. 

45 Prozent der Beschäftigten im Fertigungssektor befürchten, dass KI oder Automatisierung ihre aktuelle Stelle in den nächsten zwei Jahren ersetzen könnte. Das ist eines der Ergebnisse des „Global Manufacturing World of Work Outlook“ des Personaldienstleisters Manpower Group.

Der Erhebung zufolge erwarten 93 Prozent der produzierenden Unternehmen weltweit, dass Robotik und Smart Manufacturing ihre Belegschaft verändern werden. Die Hälfte rechnet damit, Mitarbeitende umschulen zu müssen und 42 Prozent erwarten Neueinstellungen für veränderte Rollenprofile.

Auf Arbeitnehmerseite ist zwar eine Technologieoffenheit zu erkennen, dennoch sehen viele Beschäftigten Handlungsbedarf. Zwei Drittel der Beschäftigten in der Fertigung geben an, sich im Umgang mit aktuellen Technologien sicher zu fühlen, 79 Prozent sind zuversichtlich, neue Fähigkeiten für ihre Karriereziele lernen zu können. 

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Handlungsbedarf bei Qualifizierungsangeboten

Aber: Aus Sicht der Beschäftigten fehlt es arbeitgeberseitig an der Unterstützung für Fort- und Weiterbildungen, die sie fit machen für zukünftige Arbeitsaufgaben in der Produktion: 60 Prozent der Beschäftigten bemängeln fehlendes „Skill-Training“. 

Die Arbeitgeber wiederum benennen das Recruiting von jungen Fachkräften als ernstzunehmendes Problem. 72 Prozent der Hersteller weltweit finden der Studie zufolge zu wenig qualifizierte Talente. 

„Die entscheidende Frage ist nicht, ob Beschäftigte den Wandel mitgehen, sondern ob Unternehmen ihn schnell genug in Qualifizierung, neue Rollenprofile und strategische Personalplanung übersetzen können", kommentiert Faris Becirovic, Country Manager und Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group Deutschland, die Studienergebnisse. „Das Problem dabei ist, dass Qualifizierung vielerorts nicht systematisch genug stattfindet. Die deutsche Industrie verliert daher nicht nur Jobs, sie verliert vor allem wertvolle Zeit.“

Als Fazit heißt es in der Mitteilung der Manpower Group zum Report, dass sich die Industrie „nicht aus dem Fachkräftemangel herausautomatisieren“ könne. Für den Erhalt des Industriestandorts Deutschland sei ein entscheidender Faktor, dass Unternehmen ihre Belegschaften bei der Einführung neuer Technologien mitnehmen. 

Den vollständigen Report finden Sie hier. Der Report wurde auf Basis von Studien, Marktanalysen sowie öffentlich zugänglichen Daten von Drittanbietern erstellt. 

Quelle

Pressemitteilung der Manpower Group Deutschland GmbH vom 21.7.2026

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