Besonders groß waren die Effekte des Kita-Ausbaus demnach dort, wo das Betreuungsangebot zuvor niedrig und das klassische Rollenmodell zwischen den Eltern verbreitet war. Logisch: Wo viele Mütter nach der Geburt schon mangels Kitaplätzen weniger arbeiteten und folglich überdurchschnittlich große Einkommenseinbußen erlitten, bewirkte der Ausbau der Betreuungsinfrastruktur besonders viel. Das gilt vor allem für Regionen im Westen der Republik.
Wichtig: Während der Ausbau der Kinderbetreuung die berufliche Aktivität speziell in den ersten drei Lebensjahren des Kindes steigert, ist der Effekt aufs Einkommen nachhaltiger. „Die frühkindliche Betreuung beeinflusst die weitere Karriereentwicklung von Müttern dauerhaft. So arbeiten Frauen langfristig häufiger in Vollzeit und weniger in geringfügiger Beschäftigung wie Minijobs“, sagt IAB-Forscherin Lisa-Marie Duletzki. Wer kürzer aus dem Beruf aussteigt, hat bessere Chancen, auf höherem finanziellen Niveau wieder einzusteigen.
Das ist auch für die Zukunft wichtig. Angesichts von immer noch fehlenden rund 300.000 Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren bietet ein weiterer Ausbau laut IAB „erhebliches Potenzial“, die Erwerbs- und Einkommenseinbußen von Müttern zu verringern – und ihnen so die Entscheidung zu erleichtern, weitere Kinder zu bekommen.