Beschäftigungstrends

Was ist den Jungen wirklich wichtig?

Viele Menschen unter 35 gehen zumindest manchmal ausgesprochen ungern zur Arbeit. Das zeigt eine Studie von 1LIVE und WDR. Sie offenbart zudem die Erwartungen der jungen Generation an Arbeitgeber. 

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Deutschlandweit geben 30 Prozent der unter 35-Jährigen an, mindestens einmal im Monat mit sprichwörtlichen Bauchschmerzen zur Arbeit zu gehen, 10 Prozent berichten sogar von wöchentlichem Unwohlsein. Danach befragt, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht, stimmen die Jungen am häufigsten den Faktoren „Vergütung und Benefits“ sowie „Betriebsklima und die Unternehmenskultur“ voll und ganz zu. Zu diesen Ergebnissen gelangt die repräsentativ gewichtete Studie „Arbeitgeber der Zukunft 2026/27 des Hörfunksenders 1LIVE und des WDR unter gut 2.000 Menschen zwischen 14 und 34 Jahren.

Die oft erzählte Geschichte von der jungen Generation, für die im Job vor allem Flexibilität und Work-Life-Balance zählen, sehen die Auftraggeber durch die vom Marktforschungsinstitut IFAK in Taunusstein erhobenen Daten nicht bestätigt. Wobei sachlich-nüchterne und sozial-atmosphärische Kriterien aus Sicht junger Beschäftigter gleichermaßen wichtig sind für die Attraktivität von Arbeitgebern: Nach einer angemessenen Bezahlung und einem guten Betriebsklima mit 48 Prozent bestätigen viele Befragte auch die uneingeschränkte Bedeutung der Faktoren „Arbeitsplatzsicherheit“ sowie „Diversität und Inklusion“ (je 44 Prozent). 

Erst danach folgen mit 38 Prozent die Kriterien „Work-Life-Balance“ und „Flexibilität“. Das Image des Unternehmens (27 Prozent), die „Digitalisierung und KI-Kompetenz am Arbeitsplatz“ (22 Prozent) und die Frage von „Sinn und gesellschaftlicher Verantwortung“ (21 Prozent) sind für noch viel weniger junge Menschen uneingeschränkt wichtig für die Arbeitgeberattraktivität.  

Gesucht sind krisen- und KI-resistente Berufe

Bei der Berufswahl stehen gemäß der Studie krisenfeste Sektoren und Branchen hoch im Kurs. Am häufigsten nannten die Teilnehmer*innen den Bereich Gesundheit, Soziales und Pflege (25 Prozent), den öffentlichen Dienst und die Verwaltung (24 Prozent) sowie Wirtschaft, Finanzen und Management (20 Prozent). „Das lässt vermuten, dass viele junge Menschen gezielt nach Tätigkeiten suchen, in denen der Mensch eine zentrale Rolle spielt und die als weniger anfällig für eine Verdrängung durch Künstliche Intelligenz gelten“, schreiben 1LIVE und WDR in einer Mitteilung. Tätigkeiten also, die eine Zukunft haben und die zumindest in dieser Hinsicht keine Bauchschmerzen bereiten.

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Autorin des Artikels

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Eva Seip

Eva Seip studiert Sprach- und Medienwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und arbeitet als Werkstudentin in der AiB-Redaktion. Ihr Interesse gilt vor allem Themen an der Schnittstelle von Kommunikation, Sprache und gesellschaftlichem Wandel.

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