Geringe Literalität betrifft jedoch nicht nur den Bildungsbereich. Auch für die berufliche Teilhabe spielt sie eine wichtige Rolle. Forschende der Universität Hamburg veröffentlichten 2025 anlässlich des Weltalphabetisierungstages eine Sekundäranalyse, die sich mit der Bedeutung von Literalität für die Integration in den Arbeitsmarkt und für die Demokratie beschäftigte.
Die Ergebnisse zeigen: Die Arbeitsmarktbeteiligung gering literalisierter Erwachsener in Deutschland stagniert bei rund 60 Prozent. Gleichzeitig arbeiten rund 18 Prozent dieser Gruppe in einer unqualifizierten Tätigkeit. Bei höher literalisierten Beschäftigten liegt dieser Anteil dagegen lediglich bei drei Prozent.
Auch im Vergleich mit früheren Erhebungen zeigt sich eine Verschlechterung, erklärt Prof. Dr. Anke Grotlüschen, Professorin für Lebenslanges Lernen an der Universität Hamburg: „Um 2018 herum sah es schon einmal besser aus, da lagen die Werte laut LEO-Studie bei 67 Prozent, die der Gesamtbevölkerung bei 76 Prozent. Man muss also annehmen, dass die wirtschaftlichen Folgen von Pandemie, Ukraine-Krieg und Klimakrise besonders die Schwächsten treffen.“