Mit Blick auf diese Liste überrascht es wenig, wenn in manchen Berufsgruppen eine deutliche Mehrheit der Befragten aussagt, unter den aktuellen Bedingungen wahrscheinlich nicht bis zum Rentenalter durchzuhalten. Dies trifft auf Handwerksberufe wie Klempnerei, Sanitär, Heizung (72 Prozent) ebenso zu wie auf Bauberufe (66 Prozent), die Krankenpflege (71 Prozent) und die Altenpflege (67 Prozent); auch die meisten Erzieher*innen glauben, ihre (unter anderem von hoher Lärmbelastung geprägte) Tätigkeit vor Erreichen des Rentenalters aufgeben zu müssen (57 Prozent).
Die Zahlen erscheinen nicht zuletzt vor Hintergrund der kürzlich publik gewordenen Vorschläge der Alterssicherungskommission brisant. Diese sehen auch eine Anpassung der Renteneintrittsgrenze an die steigende Lebenserwartung vor. „Statt die Messlatte beim Renteneintrittsalter immer höher zu legen, braucht es würdige Übergänge in die Rente und gesündere Arbeitsbedingungen“, kommentiert Fahimi die Daten aus dem DGB Index Gute Arbeit. Niemand könne wollen, „dass sich ganze Generationen krank in die Rente schleppen und dann Abzüge einfach hinnehmen müssen“.
Zumal das auch gesamtgesellschaftlich fatal wäre. In den oben genannten Berufen und Berufsbereichen herrscht schon jetzt Fachkräftemangel. Wenn viele der dort heute Beschäftigten nicht bis zur Rente durchhalten, würde sich dieser Mangel weiter verschärfen – und das in den vielzitierten systemrelevanten Bereichen.