Arbeitsplatzsicherung

Folge der Flaute: Arbeitsrechtsschutz wird häufiger genutzt

Der zunehmende Stellenabbau schlägt sich in zunehmenden Arbeitsrechtskonflikten nieder. Das lässt sich aus einer Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft schließen.

Industriekrise, Betriebsschließungen, Stellenabbau – und also mehr arbeitsrechtliche Konflikte: Eine Statistik des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt, dass Beschäftigte den Arbeitsrechtsschutz zuletzt häufiger in Anspruch nahmen als in den Vorjahren. Von Januar bis Juni 2026 betrafen laut GDV 38,6 Prozent der Schäden bei Rechtsschutzversicherern das Arbeitsschutzrecht, 2024 waren es noch 33,9 Prozent. 

Mit der Zahl der Schäden stieg auch die der Leistungen an Versicherte. Von Januar bis Juni 2026 entfielen 38,6 Prozent aller Zahlungen der Rechtsschutzversicherer auf den Arbeitsrechtsschutz. Das waren fast fünf Prozentpunkte mehr als 2024 (33,9 Prozent). Wenn Unternehmen Stellen abbauen oder umstrukturieren, nehmen auch die Konflikte am und um den Arbeitsplatz zu., sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Für Beschäftigte könne es dann schnell um die eigene wirtschaftliche Existenz gehen“ , deshalb werde der Arbeitsrechtsschutz in Phasen schwacher Konjunktur wichtiger.

Was Beschäftigte wissen sollten

Der GDV spricht in seiner Mitteilung auch Beschäftigte an: Wer von ihnen eine Kündigung erhält und eine Rechtsschutzversicherung mit Arbeitsrechtsschutz hat, solle sich zunächst an seinen Versicherer wenden – auch mit der Bitte um eine anwaltliche Erstberatung. Vor allem aber prüfe der Versicherer den Anspruch. Da für Kündigungsschutzklagen eine Frist von drei Wochen gilt, sollten Betroffene nach Erhalt einer Kündigung dabei zügig handeln.  

Auch wer angesichts der wirtschaftlichen Lage und des Stellenabbaus in manchen Branchen überlegt, eine Rechtsschutzversicherung abzuschließen, dem rät der GDV zur Eile. Denn je nach Vertrag könne nach Vertragsabschluss eine Wartezeit bestehen.

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Bettina Wolf

Bettina Wolf ist seit September 2026 Teil des AIB-Teams. Als langjährige Print- und Online-Redakteurin für Magazine, Tageszeitungen und News-Portale hat sich die auf Familienthemen spezialisierte Journalistin schon früh mit Arbeitswelt und Mitbestimmung befasst – unter anderem als Betriebsrätin, wo sie die Themen der AIB aus erster Hand in der Praxis kennengelernt hat. Nach Stationen in Neuseeland, New York und Weinheim lebt sie heute wieder in Heidelberg. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, ist die zweifache Mutter und begeisterte Gen-Z-Kennerin auch als Vormund für unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche im Rhein-Neckar-Kreis im Einsatz.

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