Denn Naheliegendes wurde ausgeschlossen: zum Beispiel, dass die höhere Lohnzufriedenheit eigentlich auf die Bindung an Tarifverträge oder auf die geringere Anzahl von Überstunden zurückzuführen wäre – beides geht häufig mit der Existenz von Betriebsräten einher. „Wahrscheinlich nehmen Beschäftigte ihr Arbeitsumfeld positiver wahr und bewerten die Lohngestaltung als fairer, wenn ein Betriebsrat sie vertritt“, sagt die Co-Autorin Dr. Yue Huang.
Die Ergebnisse zeigen den Forscher*innen zufolge, dass betriebliche Institutionen nicht nur greifbare wirtschaftliche Ergebnisse beeinflussen, sondern auch die Wahrnehmungen der Beschäftigten in Bezug auf Gerechtigkeit und Wohlbefinden. Betriebsräte sorgten für eine größere Zufriedenheit im Job und damit für einen längeren Verbleib in der Firma: „Sie machen Arbeitgeber also attraktiver, was in Zeiten des Fachkräftemangels sehr relevant ist“, fasst Studienautor Prof. Dr. Laszlo Goerke zusammen. Und was selbst für jenen Arbeitgeber gilt, denen Betriebsräte eigentlich „ein Dorn im Auge sind“, wie es in der Studienmitteilung heißt.