Seine Einschätzung deckt sich mit Ergebnissen aus der Konstanzer Homeoffice-Studie. Die Forscher*innen fragen seit März 2020 in regelmäßigen Abständen Beschäftigte. Ein Resultat: Mit Desksharing steige der Wunsch nach Homeoffice deutlich. Beschäftigte mit Desksharing wünschten sich im Durchschnitt 3,40 Homeoffice-Tage pro Woche, Beschäftigte mit festem Arbeitsplatz hingegen nur 2,59 Tage. Als besonders auffällig werteten die Forscher*innen, dass ein Drittel der Desksharing-Nutzenden komplett ins Homeoffice wechseln will. Ihnen fehlt genau das, was die Präsenz und Zusammenarbeit im Büro attraktiv machen sollte: Austausch, kreative Projektarbeit, Teammeetings und informelles Lernen.
Joseph Dubard, Beschäftigter bei Giesecke+Devrient, ist zwiegespalten. Einerseits schätzte er bei seinem früheren Arbeitgeber den festen Arbeitsplatz und die Nähe zu den Kolleg*innen. Andererseits will er nicht darauf verzichten, zu Hause zu arbeiten oder die 30 Tage pro Jahr im europäischen Ausland zu nutzen, die Giesecke+Devrient erlaubt. Dann wiederum macht Homeoffice auch Gewerkschaftsarbeit schwieriger, findet er. Wie soll man die Kolleg*innen erreichen? Wie mit ihnen diskutieren?
Dubard bucht vor allem an seinen Sporttagen einen Büroarbeitsplatz. Das firmeneigene Fitnessstudio kann er nutzen, so oft er möchte. Die Gebühren dafür erstattet das Unternehmen allen tarifgebundenen Beschäftigten, ebenso den Mitgliedsbeitrag im eigenen Sportverein. Der ist ebenso auf dem Firmengelände wie der Schachclub. Das Unternehmen macht Angebote, damit die Beschäftigten wenigstens ab und an ins Büro kommen. Gute Idee, findet Dubard. Trotzdem ist er dafür, dass die Beschäftigten weiter selbst entscheiden, wo sie arbeiten möchten.