Hybride Arbeit: Wann Beschäftigte gern ins Büro kommen
Austausch, Ruhe, Videokonferenzen: Die Studie „Office Analytics 3.0“ zeigt, welche Arbeitsumgebungen Beschäftigte brauchen und warum ihre Beteiligung bei der Gestaltung zählt.
Austausch, Ruhe, Videokonferenzen: Die Studie „Office Analytics 3.0“ zeigt, welche Arbeitsumgebungen Beschäftigte brauchen und warum ihre Beteiligung bei der Gestaltung zählt.

In vielen Betrieben ist hybride Arbeit bereits zur Normalität geworden. Diese Entwicklung verändert die Arbeitsweisen und Kommunikationsmuster der Beschäftigten und stellt neue Anforderungen an Büroflächen.
Das Whitepaper „Office Analytics 3.0“ des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) zeigt, welche Faktoren die erfolgreiche Gestaltung hybrider Arbeitsmodelle unterstützen. Auf Basis einer Befragung von mehr als 2.400 Personen zeigt die Untersuchung, dass neben der jeweiligen Tätigkeit vor allem die Möglichkeit zum persönlichen Austausch und die Anwesenheit relevanter Kolleg*innen entscheidend sind.
Im Durchschnitt verbringen die Befragten 52 Prozent ihrer Arbeitszeit im Büro und 39 Prozent im Homeoffice. Die verbleibende Zeit entfällt auf Geschäfts- und Dienstreisen sowie die Arbeit in Co-Working-Spaces. Dabei ist konzentrierte Einzelarbeit weiterhin die häufigste Tätigkeit. Gleichzeitig haben Telefonate und Videokonferenzen seit 2018 deutlich an Bedeutung gewonnen.
Die verschiedenen Arbeitsformen stellen unterschiedliche Anforderungen an die räumliche Gestaltung. Einerseits ist es wichtig, Räume zu schaffen, in denen ein Austausch mit Kolleginnen und Kollegen gut möglich ist. Beschäftigte entscheiden sich nämlich häufig dafür, ins Büro zu kommen, wenn dort auch diejenigen anwesend sind, mit denen sie zusammenarbeiten oder sich austauschen möchten. Gleichzeitig müssen Räume für konzentrierte Einzelarbeit sowie für Videokonferenzen und Telefonate zur Verfügung stehen.
Zukunftsfähige Arbeitswelten entstehen nicht durch Standardlösungen [...]. Die Qualität der Zusammenarbeit ist für den Erfolg hybrider Arbeit relevanter als die Anzahl der Präsenztage allein.
Adriana Laurenzano, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer IAO
Bei der Arbeitsplatzgestaltung sollten die individuellen Bedürfnisse der Beschäftigten berücksichtigt werden. Darauf weist auch Adriana Laurenzano, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Team „Workspace Innovation“ am Fraunhofer IAO, hin: „Zukunftsfähige Arbeitswelten entstehen nicht durch Standardlösungen, sondern durch die konsequente Ausrichtung auf unterschiedliche Nutzendengruppen, Arbeitsweisen und Bedürfnisse. Die Qualität der Zusammenarbeit ist für den Erfolg hybrider Arbeit relevanter als die Anzahl der Präsenztage allein.“
Vor allem bei langen Pendelwegen oder bestehenden Betreuungspflichten sind flexible Regelungen wichtig. Sie helfen Beschäftigten, berufliche Anforderungen und private Verantwortung besser miteinander zu vereinbaren. Auch die Unternehmenskultur spielt eine wichtige Rolle: Wertschätzung, Vertrauen und eine ergebnisorientierte Führung fördern Motivation und Zusammenarbeit.
Unternehmen sollten ihre Beschäftigten daher in die Gestaltung hybrider Arbeitsmodelle einbeziehen, Arbeitsorte und Flächennutzung analysieren und darauf aufbauend klare Regeln für Zusammenarbeit, Führung und Bürogestaltung entwickeln.
AiB-Redakteur Mirko Stepan geht der Frage nach, wie sich Homeoffice auf Zufriedenheit und Gesundheit der Beschäftigten auswirkt.
Das Whitepaper „Office Analytics 3.0“ im Detail.