Im Schnitt ereignen sich acht Prozent mehr Arbeitsunfälle an sogenannten Hitzetagen. Damit sind die Tage im Jahr gemeint, die eine Tageshöchsttemperatur von 30 Grad Celsius erreichen oder überschreiten. Besonders in Europa klettern die Temperaturen immer häufiger über die 30 Grad-Marke, und aufgrund der fortschreitenden Klimaerwärmung werden noch mehr Hitzetage vorhergesagt.
Die Aufzeichnungen des Deutschen Wetterdienstes verdeutlichen diese Entwicklung: Im Trend sind die Hitzetage von acht im Jahr 2000 auf eine Prognose von auf etwas über elf im Jahr 2025 angestiegen. In Zukunft könnten es laut DGB je nach Region sogar bis zu 40 Tage im Jahr werden. Eine Auswertung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist zurückhaltender: Hier liegt die Prognose bei fünf bis zehn zusätzlichen Hitzetagen im Bundesdurchschnitt.
Hohe Temperaturen bringen erhebliche Gesundheitsrisken mit sich: Beschäftigte beklagen sich über Konzentrationsprobleme, Erschöpfung und sogar lebensbedrohliche Lungenprobleme - sowie Erkrankungen, die das Herz-Kreislauf-System betreffen. Dabei ist sowohl die Arbeit im Freien als auch in nichtklimatisierten Innenräumen für Körper und Psyche belastend.
Die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi verdeutlicht zudem, dass der unfallbedingte Arbeitsausfall auch wirtschaftlich nicht unbemerkt bleibt: „Wenn Arbeitgeber die Kosten durch zusätzliche Arbeitsausfälle, Produktionseinbrüche und Unfälle vermeiden wollen, müssen sie präventive Maßnahmen ergreifen. Die Kosten, die durch fehlende Prävention und mangelhaften Arbeitsschutz entstehen, sind enorm. Jeder Hitzetag kostet unsere Wirtschaft 431 Millionen Euro und erhöht das Risiko für Arbeitsunfälle signifikant. Wir können es uns nicht mehr leisten, untätig zu sein.“