Künstliche Intelligenz

Bewerbung: Verliert das Anschreiben durch KI an Wert?

Personalabteilungen beobachten immer mehr KI-geschriebene Anschreiben. Eine norwegische Studie erklärt, warum das Vorstellungsgespräch dadurch wichtiger wird und wo KI Diskriminierung verringern kann. 

KI-Chatbots wie ChatGPT halten Einzug in Bewerbungsprozesse. Personalabteilungen beobachten, dass immer mehr Anschreiben mit KI entstehen. Laut einer Studie der Norwegian School of Economics (NHH) verliert das Anschreiben dadurch als Grundlage für die Beurteilung von Bewerbungen an Aussagekraft. 

Das Bewerbungsgespräch wird wichtiger

Mit dieser Entwicklung rückt das persönliche Gespräch stärker in den Mittelpunkt des Auswahlverfahrens. Darauf weist Karen Modesta Olsen, Professorin am Department of Strategy and Management der NHH, hin: „Das Vorstellungsgespräch und der menschliche Faktor im Bewerbungsprozess gewinnen immer mehr an Bedeutung. Man kann nicht alles KI überlassen. Die Botschaft, die ein rein KI-gesteuerter Prozess Bewerber*innen vermittelt, ist sehr negativ" (Übers. d. Verf.).

Zugleich sieht Olsen Vorteile im Einsatz von KI. Viele Personalabteilungen schätzten deren Potenzial, den Bewerbungsprozess effizienter zu gestalten. So könnten mithilfe von KI auch Bewerbungen berücksichtigt werden, die andernfalls möglicherweise ungelesen blieben. Trotz dieser Vorteile bestehe weiterhin eine gewisse Skepsis gegenüber dem Einsatz der Technologie im Auswahlverfahren.

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Kann KI Diskriminierung minimieren?

Neben der Effizienzsteigerung könne KI dazu beitragen, bestimmte Formen von Diskriminierung im Bewerbungsverfahren zu reduzieren. So könnten Bewerber*innen, die aufgrund ihres Alters bei einer ersten Auswahl möglicherweise übergangen würden, durch KI-gestützte Verfahren stärker anhand ihrer Qualifikationen und der Anforderungen einer Stelle beurteilt werden.

Olsen betont in diesem Zusammenhang die Objektivität von KI-Systemen. Ihrer Einschätzung nach können diese dazu beitragen, Bewerber*innen stärker nach ihrer Eignung für eine Stelle auszuwählen, anstatt andere Faktoren wie das Alter in den Vordergrund zu stellen. Dadurch könne vermieden werden, dass Bewerber*innen nur ausgewählt werden, weil sie besonders gut darin seien, sich zu vermarkten. In diesen Fällen kann KI also helfen, Voreingenommenheit aus dem Weg zu schaffen.

Lesetipps der Redaktion

Unsere Autorin Eva Seip geht hier der Frage nach, wie und wo die KI bereits jetzt Personalabteilungen unterstützt. 

Spannend: Unser Autor David Schahinian beschäftigt sich mit der Furcht vor KI und beantwortet die Frage: Jede(r) ist ersetzbar – oder?

Autorin des Artikels

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Eva Seip

Eva Seip studiert Sprach- und Medienwissenschaften an der Philipps-Universität Marburg und arbeitet als Werkstudentin in der AiB-Redaktion. Ihr Interesse gilt vor allem Themen an der Schnittstelle von Kommunikation, Sprache und gesellschaftlichem Wandel.

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