Einstellung

Azubi-Mangel: Das sagen die Ausbilder*innen dazu

Unbesetzte Ausbildungsplätze, fehlender Nachwuchs: Eine IW-Befragung unter mehr als 600 Ausbilderinnen und Ausbildern zeigt, wie Praktika, Feedbackgespräche und frühe Übernahmeangebote die Berufsausbildung stärken.

Die Ausgangslage: Hochgerechnet blieben 2024 rund 260.000 Ausbildungsstellen unbesetzt, etwa ein Drittel des Angebots. Zugleich wurden fast drei von zehn Ausbildungsverhältnissen vorzeitig beendet. Für die Betriebe entstehen pro Ausbildungsplatz durchschnittliche Nettokosten von gut 8.000 Euro jährlich. Das zeigt eine Ausbilderbefragung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Rahmen von Netzwerk Q, für die mehr als 600 Ausbilder*innen befragt wurden.

Recruiting: So gewinnen Betriebe Nachwuchs

Unternehmen müssen aktiv um Nachwuchs werben: Am erfolgreichsten sind hier laut der Befragung Praktika, fast 86 Prozent der Ausbilder bewerten sie positiv. Schulkooperationen sowie Ausbildungs- und Karrieremessen kommen auf gut 60 Prozent. Um Jugendliche zur Bewerbung zu bewegen, nennen mehr als 83 Prozent Online-Stellenausschreibungen, rund 74 Prozent eine eigene Karriereseite.

Ausbildung: fördern und unterstützen

Mehr als neun von zehn Verantwortliche binden ihre Azubis in betriebliche Abläufe ein und führen regelmäßige Feedbackgespräche. 

Als besonders herausfordernd erleben die Ausbilder*innen die psychische und gesundheitliche Verfassung der Azubis, deren Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit sowie ihre Motivation.

Das deutsche Erfolgsmodell der dualen Berufsausbildung ist für Unternehmen wichtiger denn je, aber kein Selbstläufer, auch hier ist eine gezielte Betreuung für den Erfolg ausschlaggebend. 

Übernahme: Fachkräfte binden

Knapp drei Viertel der ausbildenden Betriebe streben regelmäßig eine vollständige Übernahme an, sogar über 90 Prozent der Ausbilder*innen halten es für zielführend und nachhaltig, Übernahme- und Entwicklungsperspektiven früh zu besprechen und ein konkretes Angebot zu machen.

Lesetipp der Redaktion

Wertschätzung, Sicherheit und Gesundheit sind jungen Menschen im Bildungsalltag wichtig. Das zeigt eine DGUV-Befragung aus dem Jahr 2026.

Unsere Autorin Eva Seip geht hier der Frage nach, warum der Ausbildungsmarkt in Deutschland schrumpft, ebenso wie die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Quelle

Was hilft gegen Nachwuchsmangel in der Ausbildung? Die vollständige Auswertung findet sich im iwd, dem Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft: „Berufsausbildung: Die Nachwuchs-Macher“ vom 2. November 2026. 

Autorin des Artikels

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Bettina Wolf

Bettina Wolf ist seit September 2026 Teil des AIB-Teams. Als langjährige Print- und Online-Redakteurin für Magazine, Tageszeitungen und News-Portale hat sich die auf Familienthemen spezialisierte Journalistin schon früh mit Arbeitswelt und Mitbestimmung befasst – unter anderem als Betriebsrätin, wo sie die Themen der AIB aus erster Hand in der Praxis kennengelernt hat. Nach Stationen in Neuseeland, New York und Weinheim lebt sie heute wieder in Heidelberg. Wenn sie nicht gerade schreibt oder recherchiert, ist die zweifache Mutter und begeisterte Gen-Z-Kennerin auch als Vormund für unbegleitete geflüchtete Kinder und Jugendliche im Rhein-Neckar-Kreis im Einsatz.

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