Dass die Arbeitszeiten von Frauen stärker von ihrer Lebensphase abhängen als die von Männern, zeigen die Zahlen des IAQ: Insbesondere Mütter haben ihre Erwerbsarbeitszeit erhöht, Frauen, deren jüngstes Kind weniger als sechs Jahre alt ist, arbeiteten durchschnittlich 2,6 Stunden länger als zu Beginn des Beobachtungszeitraums. Bei Müttern mit Kindern zwischen sieben und zwölf Jahren betrug der Zuwachs 4,1 Stunden.
Insgesamt stieg die durchschnittliche Wochenarbeitszeit von Frauen zwischen 2012 und 2024 leicht auf 30,9 Stunden, während sie bei Männern auf 38 Stunden sank. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei den Arbeitszeiten von Frauen dennoch auf dem vorletzten Platz, bei der Frauenerwerbstätigenquote hingegen auf Rang fünf.
IAQ-Arbeitsforscherin Dr. Angelika Kümmerling sieht verlässliche Betreuungs- und Pflegeangebote, den Abbau steuerlicher Fehlanreize und mehr Flexibilität auf Arbeitgeberseite als wichtige Voraussetzungen für eine höhere Frauenerwerbstätigkeit. Auch bessere Möglichkeiten, die Arbeitszeit nach familienbedingter Reduzierung wieder auszuweiten, und ein kürzerer Vollzeitstandard könnten helfen, unbezahlte Arbeit gerechter zu verteilen.