Darüber hinaus zeigten die Daten keinen Rechtsruck in den Einstellungen der Arbeiterschaft. Diese sei äußerst heterogen, ein Drittel von ihr habe zum Beispiel beim Thema Migration progressivere Einstellungen als der Durchschnitt in Deutschland. Vielmehr habe es die AfD geschafft, einen bereits existierenden rechten Teil der Wählerschaft an sich zu binden – und ihm im öffentlichen Diskurs eine große Sichtbarkeit verschafft.
Etwas plakativ schreiben die Autoren: „Die rechten Teile der Arbeiterklasse sind laut und motiviert, werden politisch angeheizt und bekommen Aufmerksamkeit.“ Die linken Arbeiter*innen dagegen blieben im Dunkeln, seien politisch desorientiert und würden demobilisiert. Ihnen fehle eine mächtige, öffentlich präsente Stimme, die solidarische Orientierungen bestärke und auch gegen Widerstände ins Feld ziehe.