„Unsere Ergebnisse zeigen, dass sich wirtschaftliche Verbesserungen nicht automatisch in einem stärkeren Vertrauen in demokratische Institutionen niederschlagen“, sagt Alexander Patzina vom Lehrstuhl für Soziologie der Uni Bamberg. Für das Vertrauen scheine nicht allein entscheidend zu sein, wie sich die eigene wirtschaftliche Situation entwickelt: „Auch der gesellschaftliche Kontext und die Wahrnehmung politischer Entwicklungen spielen eine wichtige Rolle.“
Politische Maßnahmen zur Verringerung der Lohnungleichheit allein scheinen demnach offenbar nicht auszureichen, um das Vertrauen in demokratische Institutionen (wieder) zu stärken. Aber da war schließlich noch etwas: die Corona-Pandemie. Es ist gut möglich, dass die dadurch verursachte Verunsicherung die positiven Effekte wirtschaftlicher Verbesserungen überlagert haben könnte, betonen die Forscher. Ebenso ist es denkbar, dass das Vertrauen in die Institutionen ohne die Mindestlohnerhöhungen noch stärker gesunken wäre.